Inside Story in PORSCHE SCENE 11/2012: War's Pech, war's Glück? Einmal Star und zurück

Geboren am 20. Oktober 1942 in Luzern: 14 mal trat Walter Brun zu den 24 Stunden von Le Mans an, seinen Einstand gab er 1971 auf Porsche 907

Geboren am 20. Oktober 1942 in Luzern: 14 mal trat Walter Brun zu den 24 Stunden von Le Mans an, seinen Einstand gab er 1971 auf Porsche 907

Stationen einer Langzeitbeziehung: der Argentinier Oscar Ruben Larrauri mit einem weiterentwickelten Brun-962C auf dem Nürburgring 1989, Foto: Carsten Krome

Stationen einer Langzeitbeziehung: der Argentinier Oscar Ruben Larrauri mit einem weiterentwickelten Brun-962C auf dem Nürburgring 1989, Foto: Carsten Krome

Zeichen der Zeit: Walter Brun mit dem bei Thompson gefertigten Chassis 003BM und Bombien-Karosse beim Flugplatzrennen Diepholz 1989, Foto: Carsten Krome

Zeichen der Zeit: Walter Brun mit dem bei Thompson gefertigten Chassis 003BM und Bombien-Karosse beim Flugplatzrennen Diepholz 1989, Foto: Carsten Krome

4. September 1983, 1.000-Kilometer-Rennen Spa-Francorchamps: Auftritt für Brun/Stuck/Grohs mit dem 956.111 in der Endurance-Weltmeisterschaft, Foto: Carsten Krome

4. September 1983, 1.000-Kilometer-Rennen Spa-Francorchamps: Auftritt für Brun/Stuck/Grohs mit dem 956.111 in der Endurance-Weltmeisterschaft, Foto: Carsten Krome

Vom Vertragsfahrer zu Walter Bruns Teamchef 2001: Zwölf Jahre zuvor steuerte Franz Konrad das Chassis 006BM beim Flugplatzrennen Diepholz, Foto: Carsten Krome

Vom Vertragsfahrer zu Walter Bruns Teamchef 2001: Zwölf Jahre zuvor steuerte Franz Konrad das Chassis 006BM beim Flugplatzrennen Diepholz, Foto: Carsten Krome

Am 10. September 1982 legte der Innerschweizer Walter Brun den Grundstein zur Teamgründung

Kennen Sie Gundelfingen? Die 11.640-Seelen-Gemeinde im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald vor den Toren Freiburgs beschreibt sich in ihrer Internet-Präsenz als aufstrebend. Dabei spielte sich dort, im Südwesten Deutschlands, vor drei Jahrzehnten ein sportgeschichtlich bedeutendes Kapitel ab. Ob es die Stadtväter vergessen haben? Die örtliche Raiffeisenbank sicher nicht – sie hatte an der Gründung von Brun Motorsport einen nicht unerheblichen Anteil...

Die Bombe platzte am 19. September 1982. Beim Sechs-Stunden-Rennen von Mugello in der Toskana tauchte das vom Ludwigshafener Großkonzern BASF finanzierte GS-Motorsport-Team mit einem neuen Eigentümer auf. GS: Diese Abkürzung hatte für Gerhard Schneider gestanden, und zunächst mischte der Automobil-Rennstall des Freiburger Unternehmers ganz oben mit. 1980 holte Lancia-Pilot Hans Heyer gar den Titel des Deutschen Automobil-Rennsportmeisters ins Breisgau. Doch Schneider, der Wohnmobile baute, ein Autohaus besaß (um es 1981 an eine Bierbrauerei zu verkaufen) und eine Autovermietung betrieb, erlitt wirtschaftlichen Schiffbruch. Als im September 1982 plötzlich zwei Millionen D-Mark in der Portokasse fehlten, zog die Raiffeisenbank Gundelfingen die Notbremse. Sie konfiszierte den Fahrzeugbestand des Rennteams, zu dem neben Gruppe-5-Altwagen wie Lancia Beta Montecarlo turbo oder BMW 320 zwei aktuelle Gruppe-C-Sportwagen der ersten Generation gehörten. Sauber SHS C6 Cosworth nannten sich diese Flundern, die nicht zuletzt durch ihre zentral gestützten Deltawings Farbe ins Spiel brachten. Zu den Stammfahrern zählte der Innerschweizer Automaten- und Champagnerhändler Walter Brun aus Luzern. Als Privatfahrer verschiedenster BMW-Tourenwagen hatte sich der Eidgenosse mit dem ungewöhnlich schmalen Oberlippenbart einen Namen gemacht. Als Gerhard Schneiders Imperium in Schieflage geriet, war Walter Brun mit 450.000 D-Mark zur Stelle. Anfangs erhob er nicht den geringsten Anspruch, ins operative Geschäft eingreifen zu wollen. Fast schon verschämt erklärte der Rennen fahrende Finanzier, lieber im Hintergrund bleiben zu wollen.

Das sollte sich bald ändern. Denn der Versuch, den Laden wieder ans Laufen zu bringen, brachte 1983 die Erkenntnis, die Ärmel aufkrempeln zu müssen. Nachdem sich Mitinitiator Peter Sauber vom hoffnungslosen SHS C6 Cosworth abgewandt hatte und zwangsläufig eine Umbenennung in Sehcar (für Seeger und Hoffmann) erfolgen musste, ging es mit den anfälligen Flundern nicht unbedingt aufwärts. Eine Neukonstruktion mit einem Turbomotor des BMW-Haustuners Schnitzer sollte die Wende herbeiführen. Obendrein teilte Walter Brun sich das Cockpit mit Hans-Joachim Stuck, der BMW auch als Werksfahrer in der Tourenwagen-Szene verbunden war. Doch der clever eingefädelte Schachzug ging bereits bei der Jungfernfahrt auf der Nürburgring-Nordschleife schief. Brun erlitt einen Unfall, zerlegte den Sehcar-BMW turbo in sämtliche Bestandteile – und erlebte bei den 24 Stunden von Le Mans das nächste Fiasko. Der zweite neue Sehcar, von einem Sechszylinder-Boxermotor aus dem Porsche 956 angetrieben, lernte nie das Laufen. Nur der Vorjahreswagen, ein Sauber SHS C6 mit dem fürchterlich vibrierenden 3,9-Liter-Cosworth-Motor, korrigierte die Bilanz etwas. In Sorge um die Werbepartner – Brun Motorsport war trotz der Probleme zu keinem Zeitpunkt vertragsbrüchig geworden – löste der Chef am 30. Juni 1983 die letzte freie Option auf einen Kunden-Porsche 956 ein.

Mit dieser Entscheidung begann die Geschichte vom Aufstieg und Fall eines Vollblut-Racers, der drei Jahre bis zum Weltmeistertitel brauchte...

Lesen Sie den vollständigen Beitrag in der neuen PORSCHE SCENE 11/2012 – ab heute, Freitag, 12.10.2012, für Sie im Zeitschriftenhandel!

Hotline für Magazin-Besteller: +49 (2366) 808 300

Am 10. September 1982 legte der Innerschweizer Automatenhändler Walter Brun den Grundstein zur Teamgründung, Foto: Carsten Krome

Von: Carsten Krome

Kommentare aus der Community

Sie sind nicht angemeldet. Nur angemeldete User können Kommentare schreiben und beantworten.

Zur kostenlosen Registrierung geht´s im Bereich Community.

Bereits registriert? Dann melden Sie sich über das Formular in der linken Spalte an und schreiben Sie hier Ihren Kommentar!

motorfacts.deAUDI SCENEflash OPEL SCENEVW SCENEEASYRIDERSYOUNGTIMER SCENEHARDWOK