31.1.2010: kontrollierte Freude

Als Bill Riley bei Brumos als Lieferant an Bord kam, schlug das Pendel allmählich um. 2009 schließlich die Erlösung: Darren Law, David Donohue, Buddy Rice and Antonio Garcia gewannen in einem Herzschlagfinale. Es war David Donohue, Sohn des großen Mark Donohue, der den Triumph im Showdown mit Juan Pablo Montoya sicherstellte. Ungereimtheiten überschatteten den Erfolg, der Bob Snoddgrass gewidmet war. Im Nachhinein erwies sich der Siegerwagen als zu leicht. Die GrandAm-Oberen nahmen ihn trotzdem nicht aus der Wertung. David Donohue sagte nämlich aus, der Wagen habe zwei Stunden vor Rennende begonnen, Kühlwasser zu verlieren. Dies und ein Verlust an Motoröl seien sowohl für das Untergewicht, als auch für das Fernbleiben von der technischen Nachuntersuchung, verantwortlich gewesen. Ein Beigeschmack blieb, zumal der unterlegene Rennstallbesitzer Chip Ganassi seinen Motorenpartner Lexus ziehen lassen musste. Chip Ganassis Spitzenfahrer, der Kolumbianer Juan Pablo Montoya, wetterte noch monatelang. Er war es, der sich in der Schlussphase des 24-Stunden-Rennens gegen David Donohue im Brumos-Riley machtlos fühlte und Irreguläres vermutete. Den verbalen Konter aus dem Brumos-Hauptquartier in Jacksonville/Florida platzierte – der Sache wenig dienlich – Altmeister Hurley Haywood: "Montoya ist ein heulendes Baby!", nörgelte er.

Wortgefechte gehören freilich zur Show. Im US-amerikanischen Klima überlebte der Archetyp des Rennfahrers – rauh, ungebügelt, unerschrocken. Geschickt zieht GrandAm die Fäden, um bei den 24 Stunden von Daytona die eigenen NASCAR-Stars im Feld der Sportwagen unterzubringen. Manche haben zwar keine rechte Lust dazu, ducken sich jedoch vor ihren allgewaltigen Arbeitgebern. Konflikte – Stockcar-Haudegen sind keine Sportwagen-Flüsterer – nimmt das Drehbuch als gegeben hin. Sie bringen vor allem eins: Schlagzeilen. Und so wählte Hurley Haywood das erneute Aufeinandertreffen mit Chip Ganassi Racing im Januar 2010, um als aktiver Rennfahrer abzutreten – am liebsten mit dem sechsten Sieg. Er wusste, dass ihm kein anderes GrandAm-Ereignis ähnlich viel Publicity bescheren würde. Seine vier Mitfahrer im Brumos-Porsche-Riley: die Vorjahressieger Darren Law und David Donohue, dazu Butch Leitzinger sowie Raphael Matos. Action Express Racing, der heimliche Brumos-Zweigbetrieb mit dem Cayenne-Ableger unter der Motorabdeckung, stellte mit Terry Borcheller und Joao Barbosa zwei letztjährige Brumos-Piloten auf. Das Aufgebot komplettierten der Schotte Ryan Dalziel und der ehemalige Porsche-Werksjunior Mike Rockenfeller, der von seinem Arbeitgeber Audi großzügig eine Freigabe erhielt. 2006 absolvierte der DTM-Werkspilot eine komplette Saison in der GrandAm-Series, damals noch bei Alex Job Racing mit einem Porsche-angetriebenen Crawford-Chassis. Amerika ist für ihn bekanntes Terrain, vor allem Daytona mit seiner berühmten Steilkurve.

Von: Carsten Krome

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