Erwin Kremer († 27. September 2006) – Grand Seigneur des Porsche-Sports

Der Kremer K8 Spyder blieb sein abschließendes Highlight: Erwin Kremer im Februar 2006, wenige Monate vor seinem Tod, Foto: Carsten Krome

Der Kremer K8 Spyder blieb sein abschließendes Highlight: Erwin Kremer im Februar 2006, wenige Monate vor seinem Tod, Foto: Carsten Krome

Im Regen-Roulette trotz Werksunterstützung nur Sechste: Hans-Joachim Stuck/Thierry Boutsen/Christophe Bouchut bei den 24 Stunden von Le Mans 1995, Foto: Carsten Krome

Im Regen-Roulette trotz Werksunterstützung nur Sechste: Hans-Joachim Stuck/Thierry Boutsen/Christophe Bouchut bei den 24 Stunden von Le Mans 1995, Foto: Carsten Krome

Im Siegerwagen der 24 Stunden von Daytona 1995: Franz Konrad steuerte den erfolgreichen Kremer K8 Spyder 1995 in Le Mans, Foto: Carsten Krome

Im Siegerwagen der 24 Stunden von Daytona 1995: Franz Konrad steuerte den erfolgreichen Kremer K8 Spyder 1995 in Le Mans, Foto: Carsten Krome

Startphase der 24 Stunden von Le Mans 1997: Tomas Saldana/Jürgen Lässig/Carl Rosenblad, Kremer K8 Spyder, Foto: Carsten Krome

Startphase der 24 Stunden von Le Mans 1997: Tomas Saldana/Jürgen Lässig/Carl Rosenblad, Kremer K8 Spyder, Foto: Carsten Krome

1962 gründeten Erwin Kremer und sein Bruder Manfred in Köln Porsche Kremer Racing – Erinnerungen an zwei Begegnungen im Frühjahr 2006, denen ein Nachruf folgte

(27.09.2006) In PORSCHE SCENE 07/2006 fragten wir: Kremer - Comeback im Cabrio? Der berühmte Rennstall war innerhalb Kölns von Bilderstöckchen nach Ossendorf umgezogen und zeigte sich neu ausgerichtet. Nach dem 1999 vollzogenen Rückzug aus Le Mans war die Betreuung von Servicekunden stärker in der Vordergrund gerückt. Teambegründer Erwin Kremer forcierte diese Entwicklung. Doch am 27. September 2006 mussten Familie, Freunde und Mitarbeiter eine bittere Nachricht entgegennehmen: Im Alter von 69 Jahren verstarb der Grand Seigneur des Porsche-Sports.

Erwin Kremer und sein Bruder Manfred gründeten den Betrieb 1962. Schnell spezialisierten sie sich auf die Marke Porsche. Ein erster Meilenstein: der Gewinn der Tourenwagen-Europameisterschaft 1968 auf Porsche. Erwin Kremer steuerte seine Rennwagen anfangs noch selbst. Fahrer wie John Fitzpatrick, Bob Wollek oder Clemens Schickentanz brachten Mitte der Siebziger Jahre den Durchbruch. In der Deutschen Rennsportmeisterschaft etablierte sich Kremer als eine der führenden Porsche-Adressen. 1977 startete der 935 K2 Monoturbo: erstmals eine Eigenkonstruktion mit ausgefeilter Aerodynamik. Im Titelkampf unterlag sie dem Werks-Kunden-Chassis des Kölner Lokalrivalen Georg Loos. Dessen Fahrer Rolf Stommelen machte beim Saisonfinale auf der Nürburgring-Betonschleife den Sack zu.

1979 konterte Kremer mit dem 29-jährigen Profi Klaus Ludwig und dem 935 K3. Die Bilanz bescherte Weltruhm: Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans, flankiert von einem Durchmarsch in der Deutschen Rennsportmeisterschaft. Vom “Wunderauto” gingen anschließend 14 Bestellungen ein. 1981 folgte der noch radikalere 935 K4 auf Gitterrohrrahmen-Basis. Große Siege blieben dem ins Team zurückgekehrten Bob Wollek aber verwehrt. Neue Herausforderungen brachte die Gruppe C, leider aber auch schlimmste Momente. Die Kremer-Piloten Manfred Winkelhock (1985) und Jo Gartner (1986) starben, Kris Nissen entging dem Feuertod nur knapp. Trotzdem machte Kremer bis 1998 mit den Porsche-Prototypen K7 und K8 weiter, startete Jahr für Jahr in Le Mans.

Die Sternstunde dieser Ära schlug aber in Daytona, wo ein Kremer-Spyder 1995 das 24-Stunden-Rennen dominierte. 1999 erfolgte der Wechsel auf einen Lola-Ford, gleichzeitig trennten sich die Brüder Erwin und Manfred Kremer. Zunehmend engagierte sich der Traditionsrennstall in der historischen Szene. 2003 entstand unter Regie des langjährigen Chefmonteurs Günther Thiele ein letzter Gruppe-C-Porsche 962 C. Der grüne Renner ist nun Symbol eines Lebensweges, der seinen Abschluss unerwartet früh gefunden hat.

Nachsatz: Am Dienstag, den 10. August 2010 – einen Tag, bevor sich Manfred Winkelhocks tödlicher Unfall zum 25. Mal jährte, informierte Kremer Racing über veränderte Besitzverhältnisse. Der 1962 von den Gebrüdern Erwin und Manfred Kremer in Köln gegründete Traditionsrennstall wird von der Ebi Racing GmbH & Co. KG übernommen. Was in der Formel 1 Alltag ist, soll in der historischen Renn- und Straßenszene Akzente setzen. Stellvertretend für das neue Management im Kölner Stadtteil Ossendorf steht Eberhard Baunach (46).

Erwin Kremer († 27. September 2006) – Nachruf

Von: Carsten Krome, Fotos: Carsten Krome (Le Mans 1995, Köln 2006)

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