Wolfgang Kaufmann: "Porsche – eine eigene, sehr spezielle Welt!"

VLN-Langstreckenmeisterschaft Nürburgring, 58. ADAC Westfalenfahrt am 02.04.2011

VLN-Langstreckenmeisterschaft Nürburgring, 58. ADAC Westfalenfahrt am 02.04.2011

VLN-Langstreckenmeisterschaft Nürburgring, 58. ADAC Westfalenfahrt am 02.04.2011

VLN-Langstreckenmeisterschaft Nürburgring, 58. ADAC Westfalenfahrt am 02.04.2011

VLN-Langstreckenmeisterschaft Nürburgring, 58. ADAC Westfalenfahrt am 02.04.2011

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VLN-Langstreckenmeisterschaft Nürburgring, 36. DMV-4-Stunden-Rennen (VLN) am 30.04.2011

VLN-Langstreckenmeisterschaft Nürburgring, 36. DMV-4-Stunden-Rennen (VLN) am 30.04.2011

PORSCHE SCENE Insights // Expertengespräch in Ausgabe 04/2012

Obwohl Wolfgang Kaufmann, geboren in Dernbach, noch zu den (vergleichsweise) jüngeren Semestern zählt, gehört er gleichzeitig der Kategorie der Zeitzeugen an. 1993 erhielt der Profi-Rennfahrer die Möglichkeit zum Umstieg aus der Formel 3 in den Motorsport mit Porsche. Manfred Freisinger stellte ihm einen Saugmotor-Boliden zur Verfügung, der äußerlich einem 911 turbo S der Baureihe 964 entsprach. Auf Anhieb etablierte sich der Westerwälder damit als Zweitplatzierter des ADAC-24-Stunden-Rennens Nürburgring 1993. 1994 brach – nicht nur für ihn – das bis ins Jahr 2000 anhaltende Turbo-Zeitalter an. Im Expertengespräch mit Carsten Krome erinnert sich Wolfgang Kaufmann an die Derivate der 911er-Baureihen 964 und 993, Pionierleistungen in Le Mans und das im vergangenen Jahr gestartete Comeback eines prominenten Porsche-Rennstalls aus Köln.

PORSCHE SCENE: "1993 begannen Sie damit, sich einen Ruf als Porsche-Langstreckenpilot zu erarbeiten. Was heute, mit annähernd zwei Jahrzehnten Abstand, weniger bekannt ist, ist Ihr Zugang zum Porsche-Sport. Viele bringen Sie mit der Formel 3 in Verbindung!"

Wolfgang Kaufmann: "Das ist auch richtig! Ich startete bis 1992 einschließlich in der Deutschen Formel 3-Meisterschaft. In meinem letzten Jahr erhielt ich erfreulicherweise einen Anruf von Herbert Linge, dem damaligen Manager des Porsche Carrera Cups. Er suchte einen Gastfahrer für sein VIP-Auto. Es ging ausgerechnet um den Wertungslauf auf der Nürburgring-Nordschleife, die mit einem solchen Auto eine sehr spezielle Angelegenheit war und ist. Einige andere Fahrer hatten bereits abgelehnt, ich hingegen sagte: 'Her damit!'"

PORSCHE SCENE: "War dieser Gasteinsatz Ihre Geburtsstunde als Porsche-Pilot?"

Wolfgang Kaufmann: "Das kann man so sagen! Wobei ich im wahrsten Sinne des Wortes ein Pilot war. Mit dem Cup-964er – es handelte sich um das schwarz-gelbe Shell-Pirelli-VIP-Auto – waren meine Räder ständig in der Luft. Immerhin war meine Vorstellung gut genug für eine Empfehlung, die Herbert Linge in meinem Namen an Manfred Freisinger für das 24-Stunden-Rennen Nürburgring aussprach. Das war in der Tat mein Einstieg."

PORSCHE SCENE: "Klingt ein wenig nach ’kam, sah und siegte’ –war das alles tatsächlich so einfach?"

Wolfgang Kaufmann: "Dieser generelle Einstieg in das Porsche-Metier, beziehungsweise der Umstieg von der Formel 3 in den 911er, vermittelten mir schon den Eindruck, in einer eigenen, sehr speziellen Welt des Motorsports angekommen zu sein. Das war beim ersten Aufeinandertreffen und Testen in Weissach so, und die Nürburgring-Nordschleife mit all ihren Besonderheiten verstärkte dieses Gefühl noch einmal extrem. Ich war ein Formelpilot gewesen, und nun betrat ich Neuland, sei es das wesentlich höhere Gewicht, welches sich überall – beim Beschleunigen, Bremsen, und im Kurvenspeed – bemerkbar machte, das Dach über dem Kopf – ich war immer auch ein Frischluft-Fanatiker und für freistehende Räder zu haben – oder das ABS, welches im Cup-964er eine ganz einzigartige Rennsportwelt darstellte. Oh je - auf meiner Lieblingsrennstrecke, der Nürburgring-Nordschleife, stand mir während der Bremsphasen ordentlich der Schweiß auf der Stirn! Und wenn dann im falschen Moment die Räder in der Luft standen – ein typischer Fahrzustand in der Eifel – habe ich noch einmal zusätzlich ganz große Augen bekommen!"

PORSCHE SCENE: "1993 traten Sie erstmals mit einem Freisinger-Porsche in Erscheinung, der auf den ersten Blick wie einer der neuen 911 turbo S aussah. In Wirklichkeit arbeitete unter dem Heckdeckel ein Saugmotor. Mit diesem – heute würde man wohl 'Hybrid' dazu sagen, belegten Sie, Michael Irmgartz und Edgar Doeren beim ADAC-24-Stunden-Rennen Nürburgring 1993 den zweiten Platz. Was ist Ihnen von diesem Senkrechtstart am meisten in Erinnerung geblieben?"

Wolfgang Kaufmann: "Nach meinem erfolgreichen Einstand im Carrera Cup freute ich mich riesig, im Team von Manfred Freisinger starten zu dürfen! Es war der blaue 964er mit der turbo-S-Karosse, und gleichzeitig mein erster Einsatz beim 24-Stunden-Rennen Nürburgring auf Porsche - wow, war ich glücklich! Im Rennen lief fast alles perfekt. Wir hatten sogar beste Chancen, die schwarz-weiß karierte Zielflagge als Gesamtsieger zu sehen. Leider dauerte ein Boxenstopp etwas länger als geplant, und wir verloren zu viel Zeit. Dadurch bedingt, fehlte uns exakt diese Zeit beim Überqueren der Ziellinie. Das war unglaublich knapp, unser Rückstand auf das Siegerteam von Franz Konrad betrug 53 Sekunden! Wir beendeten das 24-Stunden-Rennen Nürburgring 1993 auf dem hervorragenden zweiten Gesamtrang. Wahnsinn - da hatten wir drei Fahrer Tränen in den Augen! Trotz des verfehlten Sieges war es ein tolles Ergebnis und der Beginn einer schönen Zusammenarbeit mit der Mannschaft von Manfred Freisinger.“

Lesen Sie das vollständige Interview mit Wolfgang Kaufmann in Porsche SCENE 04/2012, ab 9. März 2012 im Zeitschriftenhandel!

Von: PORSCHE SCENE Newsroom

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