Background Story: eine zufällige Begegnung…

Drei Damen in den besten Jahren und ein Bodenturner: Es ist Dienstag, der 10. August 2012 – soeben hat sich der Herr Chefredakteur vor dem 356er-Trio auf den Boden geworfen…

Drei Damen in den besten Jahren und ein Bodenturner: Es ist Dienstag, der 10. August 2012 – soeben hat sich der Herr Chefredakteur vor dem 356er-Trio auf den Boden geworfen…

Montag, der 9. August 2010: Am achten Jahrestag von PORSCHE SCENE ergibt sich im Allgäu eine der schönsten Geschichten, von denen in zehn Porsche-Jahren zu berichten ist

Montag, der 9. August 2010: Am achten Jahrestag von PORSCHE SCENE ergibt sich im Allgäu eine der schönsten Geschichten, von denen in zehn Porsche-Jahren zu berichten ist

Unterwegs in Richtung Fellhorn und Birgsautal: Im Vordergrund Werner Hildebrands 1960er 356 B (T5) 1.600 Roadster, ein US-Reimport, den wir in PORSCHE SCENE 03/2012 vorstellten

Unterwegs in Richtung Fellhorn und Birgsautal: Im Vordergrund Werner Hildebrands 1960er 356 B (T5) 1.600 Roadster, ein US-Reimport, den wir in PORSCHE SCENE 03/2012 vorstellten

Zwischen Rubi und Oberstdorf, der schnieken Drehscheibe des Oberallgäus: Manfred Bonjeans 1961er 356 B T5 Coupé, zu begutachten in PORSCHE SCENE 11/20190, führt die Troika an

Zwischen Rubi und Oberstdorf, der schnieken Drehscheibe des Oberallgäus: Manfred Bonjeans 1961er 356 B T5 Coupé, zu begutachten in PORSCHE SCENE 11/20190, führt die Troika an

Die Leichtfüßigkeit des Seins: von Fischen im Oberallgäu über den Riedbergpass bis auf 1.447 Meter Meereshöhe, talwärts an den Bodensee – und das Ganze gleichentags natürlich zurück!

Die Leichtfüßigkeit des Seins: von Fischen im Oberallgäu über den Riedbergpass bis auf 1.447 Meter Meereshöhe, talwärts an den Bodensee – und das Ganze gleichentags natürlich zurück!

…und ein unverhofftes Wiedersehen

PORSCHE SCENE Background Story // Die Geschichte hinter der Geschichte

Es ist Freitag, der 10. August 2012, und in meinem Hertener Büro bricht sich hinter dem Computerbildschirm die Erkenntnis Bahn, dass die ersten zehn Jahre PORSCHE SCENE gelaufen sind. Eigentlich ist das unfassbar, und doch Tatsache: das erste Jahrzehnt! Soeben ist die neue, die Jubiläumsausgabe zum runden Geburtstag in den Zeitschriftenhandel gekommen, und am Vortag, dem 9. August 2012, hat sich, ganz genau zehn Jahre nach dem Verkaufsstart unserer Pilotausgabe, zufällig der 911. Fan unserer neuen Facebook-Präsenz eingefunden. Monatlich nutzen Porsche-Enthusiasten zu Tausenden dieses redaktionelle Zusatzangebot, und diese gesichert fünfstellige Menschenmenge wächst stetig weiter. Eben noch waren es die ersten 10.000, später fiel die 25.000-Hürde, und wohin die Reise gehen wird, vermag niemand ernsthaft einzuschätzen. Nun ist ein Stichtag wie der Erscheinungstermin unserer von langer Hand vorbereiteten "Black Edition", der Nummer 09/2012, nicht unbedingt ein Anlass, sich selbst auf die Schultern zu klopfen. Vielmehr markiert der 10. August einen anderen, weitaus weniger bekannten Jahrestag. Zwei Jahre zuvor hat sich nämlich eine Geschichte ergeben, die zu den schönsten und charmantesten der zurückliegenden Dekade gehört. Sie entwickelt sich am 9. August 2010. Es ist der – zugegeben! – vollends übersehene achte Jahrestag unseres Verkaufsstarts am 9. August 2002. Sie wissen schon: Diese vielerorts gesuchte Pilotausgabe 01/2002 mit dem silbernen 964er namens "Victorinox" in der Hauptrolle – ach, sagen Sie bloß, Ihnen fehlt auch ein Exemplar unserer Nullnummer?

Doch zurück in den August 2010! Es ist Urlaubszeit, und es geht ins Allgäu. Am 11. August soll des 25. Todestages eines legendären Rennfahrers gedacht werden, der mit einem Porsche 962C in kanadischen Mosport verunglückte und eine schwarze Serie einläutete. Sein Name: Manfred Winkelhock. Meine Art des Gedenkens: eine Bergtour. Zum Akklimatisieren geht es mit Gattin, Kind, Kegel und Auto bis an den südlichsten Rand dieser gesegneten Gegend. Genauer ausgeführt, an den Parkplatz Faistenoy. Ungefähr seit meinem 14. Geburtstag ist das der Fluchtpunkt all meiner bergsteigerischen Eitelkeiten. Seitdem lässt mich das gebotene Alpenpanorama in Demut erstarren. Am Bildrand ganz links grüßt der Felszacken der Trettachspitze – unerreichbar für mich, behauptete ich im August 1980. Das Gegenteil habe ich mir nie bewiesen. Gleich daneben jedoch türmt sich die Mädelegabel auf. Und die will ich heute meiner Frau zeigen. Von unten natürlich. Vielleicht erhoffe ich mir insgeheim einen Anschub, der eigentlich nur lauten kann: "Ja, dann lauf doch einfach los!" Tatsächlich gibt sie Starthilfe, aber nicht die gewünschte. Da steht am Talgrund ein weißer Porsche 356. Etwas weiter links parkt im giftgrünen Gras ein zweiter. Und da: noch einer! 30 Sekunden vergehen, ehe es vom Beifahrersitz heißt: "Worauf wartest Du?" Also entsteige ich dem viertürigen Raumtransporter, und schreite auf einen Freundeskreis zu, der sich mit Honigeimern eingedeckt hat. Diese sind eines der Wahrzeichen des Birgsautals, das es zu durchschreiten gilt auf dem Weg zu den großen Allgäuer Bergen. "Schönen guten Tag", beginne ich hölzern, "kennen Sie PORSCHE SCENE?"

Ich bin Urlauber in diesem Moment, habe meine Sinne heruntergefahren – und zur Beweisführung rein gar nichts dabei. Keine Kamera, kein gedrucktes Exemplar, nicht einmal eine Visitenkarte. Doch die drei Ehepaare schauen mich freundlich an, und aus ihrer Mitte heraus nickt einer. "Ja", meint er, "habe ich schon einmal gehört!" Heute weiß ich, dass der Mann nur höflich sein wollte. Dennoch: Wir verabreden uns zu einem Fototermin, der tags drauf stattfinden soll – hoch oben, auf 1.447 Metern über dem Meer, auf der Riedbergpasshöhe. Die drei Porsche finden sich überpünktlich zur vereinbarten Zeit ein, der Rest ist abgerufene Routine – und irgendwie auch nicht, wie sich nach der Heimkehr herausstellt. Eine E-Mail flattert ins Haus, die Erstaunliches berichtet: Nie zuvor habe sich ein leibhaftiger Chefredakteur vor der inzwischen 49-jährigen "Dame" auf den Boden geworfen… KennerInnen der 356-Materie wissen natürlich, was mit der Personalisierung des Porsche-Klassikers gemeint sein kann, und auch wir haben mit der Titelstory "Bonne Chance" in der November-Ausgabe 2010 zur allgemeinen Aufklärung beigetragen. Samstag, 30. Juni 2012, Porsche Zentrum Aachen: Ich habe die Ehre, durch das Programm des 4 "Classic Days" als Tagesmoderator zu führen. Plötzlich erklimmt ein Herr im gepflegten Zwirn die Bühne, der mir bekannt vorkommt. Ich habe in diesem Moment das Gefühl, ihm in einem anderen Leben begegnet zu sein. Es ist Manfred Bonjean, Fahrer der 356-"Dame" und Hauptakteur des Beitrags "Bonne Chance". Er erzählt dem amüsierten Publikum, was sich im August 2010 tatsächlich abgespielt hat. "Ich persönlich kannte PORSCHE SCENE noch nicht", gibt er unumwunden zu, "und eigentlich hätte man uns ja viel erzählen können. Aber als wir dann die Kameraausrüstung sahen, und wie sich der Herr Fotograf vor unseren Autos auf den Boden warf, lösten sich alle unsere Bedenken in Wohlgefallen auf." Wenig später wurde Manfred Bonjean Abonnent, auch wenn er feststellen musste, dass es durchaus ein paar 356er mehr sein könnten unter all den 911er-Preziosen im "Heftl", wie nicht nur die Menschen im Allgäu liebevoll zu sagen pflegen. PS. Manfred Bonjean pflegt den Kontakt zur Redaktion nach wie vor, er ist übrigens ein waschechter Rheinländer, und ich nähere mich dem Alpenpanorama hoch über dem Parkplatz Faistenoy noch immer in Demut. Genau wie den Porsche, denen ich (nicht nur dort) begegne!

PORSCHE SCENE Background Story // Die Geschichte hinter der Geschichte

Von: Text: Carsten Krome, Fotos: Manfred Bonjean

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