Menschen wie du und ich

K&W-Porsche-Treffen in Schwerte 2008

K&W-Porsche-Treffen in Schwerte 2008

K&W-Porsche-Treffen in Schwerte 2008

Fotos: Dieter Debo

K&W-Porsche-Treffen in Schwerte 2008

1995 kamen 120 Sportwagen zum ersten K&W-Porsche-Treffen nach Schwerte. 2004 und 2005 waren es jeweils 550, vielleicht sogar 600. Ausrichter Ulrich Weber weiß es selbst nicht ganz genau. Eintrittskarten hat er nie verkauft und die Besucherzahlen allenfalls schätzen können. 2009 soll das 15. Treffen durchgeführt werden. Es könnte gleichzeitig auch das letzte sein. Mit dem diesjährigen Zuspruch dürfte der mögliche Rückzug nichts zu tun haben. Trotz wechselhaften Wetters erschienen zwischen 300 und 350 Porsche – so ungefähr.

Traditionell ist der erste Samstag im September ein Porsche-Tag. Rund um Schwerte weiß man das. Wenn Ulrich Weber zur Hausmesse seiner Firma K&W Automobile ruft, folgen Besitzer meist klassischer Sportwagen zu Hunderten. Die Lokalpresse spricht von einem "fahrenden Automuseum", während sich die lokale Politik lieber zurückhält. Das Porsche-Treffen ist zwar die größte Veranstaltung der Stadt. Doch das bekommen Ulrich Weber und sein Organisationsteam kaum zu spüren. Was mit Genehmigung, Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung zusammenhängt, erledigen sie ohne Unterstützung von außen. 2004 räumte Weber erstmals ein, an Aufhören zu denken. Es sei einfach aufwändig, 4.000 Bestandskunden anzuschreiben, das Catering selbst zu organisieren und mit ausstellenden Händlerkollegen über Stellflächen zu diskutieren. An dieser Ausgangslage hat sich in den vergangenen vier Jahren nichts Grundlegendes geändert. Dennoch: Zwei Bestwerte fallen in diesen Zeitraum. 2004 und 2005 kamen bei Sonnenschein die meisten Porsche. Wie viele es tatsächlich gewesen sind, kann Weber allenfalls schätzen: jeweils 550, vielleicht auch 600.

Exakte Besucherzahlen sind nie ermittelt worden. Wie soll das auch gehen, wenn die Gattin ihren selbstgebackenen Kuchen verkauft und Ulrich Weber sich in Einzelgesprächen vertieft? Fragt man ihn nach dem Highlight der jüngsten Auflage, gönnt er sich eine lange Denkpause – wie jedes Jahr. Dann antwortet er: "2008 hatten wir ein 356 C 2000 GS Carrera 2 Cabriolet in Schwerte – sehr selten, sehr wertvoll. Drei dieser Autos sind bei uns in der Betreuung, den Fahrer dieses Wagens kannten wir aber nicht." Nach wie vor liegt der Zweck seiner Hausmesse in der Bindung von Bestandskunden. "Wir haben unser Treffen nie kommerziell ausgeschlachtet und zum Beispiel den Ausstellern hohe Standgebüren abgenommen", analysiert Weber. "Wir sind familiär geblieben, obwohl sich um uns herum vieles verändert hat." Beispiele? Ulrich Weber nennt den Trend zur aufwändigen Restauration. "Es läuft ganz eindeutig auf Projekte hinaus, bei denen 1100 bis 1200 Arbeitsstunden in einen 356 aufgehen. Trotz angegliederter Lackiererei können bei uns vier Aufträge solcher Größenordnung innerhalb eines Jahres abgewickelt werden."

Das zweite Standbein: Teileversorgung für die Modelle 356, 911 und 912. Für diesen Geschäftsbereich macht das K&W-Porsche-Treffen unverändert Sinn. Weber erkennt Parallelen zwischen dem eigenen Sortiment und den Besuchern seiner Hausmesse: "Wir sehen in Schwerte fast ausschließlich Modelle mit Heckmotoren." Und im Nachsatz: "Der überwiegende Teil ist luftgekühlt, so wie der 911 Carrera 3,2 des Besuchers mit der weitesten Anreise." Ein Österreicher durfte sich glücklich schätzen, den Heimweg mit gewonnenem Navigationsgerät anzutreten. Die traditionelle Schönheitskonkurrenz fiel 2008 buchstäblich ins Wasser. Regenfälle verhinderten auch, dass sich die Rekorde von 2004/2005 verbesserten. Das könnte im kommenden Jahr anders aussehen, wenn Schwerte zum 15. Mal die Porsche-Gemeinde ruft. "Dann wollen wir noch einmal durchstarten, vielleicht mit einem Hauptsponsor als Partner, und ein würdiges Jubiläum feiern", blickt Weber in die Zukunft. Und er räumt ein: "Es könnte ein Schlusspunkt sein."

1995 kamen 120 Kunden mit ihren Porsche zum ersten K&W-Treffen, zehn Jahre später waren es fünfmal so viele. Egal, ob Ulrich Weber nach 2009 weitermacht oder nicht – er hat eine Eventidee verwirklicht und anderen Impulse gegeben. Wenn in Dinslaken, Interlaken oder vor dem Porsche-Zelt beim Oldtimer-Grand Prix Nürburgring Besucherrekorde gefeiert werden, darf sich darüber auch der ehemalige Textilkaufmann freuen. Früher als andere hat Weber gezeigt, dass Porsche-Freunde Menschen sind wie du und ich. 

Von: Carsten Krome

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