Der Neuland-Achter

1987er 928 S4

1987er 928 S4

1987er 928 S4

1987er 928 S4

1987er 928 S4

Ab 1987 standen beim 928 vier Ventile pro Zylinder und 320 PS zur Verfügung. Auf den 928 S folgte der 928 S4. Optische Retuschen an Frontpartie, Seitenteilen und Heck verbesserten den Luftwiderstands-Beiwert der Karosserie. Der 928 S4 erreichte 270 km/h – und blieb ein Schwergewicht. Mit Viergang-Automatikgetriebe brachte der Reisewagen 1.600 Kilogramm auf die Waage, mit Fünfgang-Schaltgetriebe 1.580. 1988 sparte der 928 S4 Clubsport 130 Kilogramm ein. Die Stückzahlen: zehn für Europa, zwei für USA – mehr dazu in einer der nächsten Ausgaben. Sechs Göttinger nahmen den 20. Geburtstag des 928 S4 Clubsport zum Anlass, einen 928 S4 im Lightweight-Stil unserer Zeit aufzubauen. Das Resultat: 1.375 Kilogramm bei halbleerem Kraftstofftank. Dieser Wert erinnert an heutige 997 GT3 RS. Und nicht nur das, wie Sie in diesem Beitrag feststellen werden.

Die Positionierung des 928 war von Anfang an eindeutig: ein komfortabler Reisewagen mit gehobener Leistung, gehobenem Anspruch und gehobener Zielgruppe. Ein Chefwagen eben, der auch in zweiter und dritter Hand Statussymbol blieb. Versuche, mit dem 928 ernsthaft Motorsport zu betreiben, kamen selten vor. 1983 führten Günther Steckkönig und Hans Clausecker eine seriennahe Rennausführung im Veedol-Langstreckenpokal auf dem Nürburgring vor. Es existierte das Vorhaben, in der Tourenwagen-Europameisterschaft gegen Jaguar, BMW, Volvo und Rover anzutreten.

Die erforderliche Homologation in der Gruppe A scheiterte an den Innenraummaßen. Günther Steckkönig und Hans Clausecker fanden wenige Nachahmer. Knuth Mentel war einer von ihnen. Der Werkstattbetreiber aus Hattingen realisierte 1983 zunächst einen 928 S. 1988 folgte ein 928 S4, der die Langstreckenszene auf dem Nürburgring bis 1992 belebte. Größere Erfolge blieben ohne Werksunterstützung aus. Mentels Renner lebten von ihrem Nischendasein.

Pläne, dem 928 S4 Clubsport eine Markenpokal-Rennserie nach dem Vorbild des 944 turbo zu widmen, fielen dem 964 Carrera 2 zum Opfer. Herbert Linge, mit der Organisation des Porsche-Markenpokals beauftragt, ging kritisch mit dem Gedanken an einen 928-Cup um. Er fand deutliche Worte: "Liebe Leute, der 928 ist der schönste Reisesportwagen der Welt, aber er ist kein Rennwagen. Der 911 ist ein Rennwagen!" Linge brachte die Stimmungslage auf den Punkt. Konzernentscheidungen gaben die weitere Richtung vor. Ab dem Modelljahr 1989 war der 928 S4 nur noch mit einer Viergang-Automatik erhältlich. Teile der Kundschaft legten Wert auf eine sportliche Variante, um die Vorzüge des Triebwerks auszukosten.

1988 – kurz vor der Abkehr vom Schaltgetriebe – bot Porsche eine Clubsport-Ausführung des 928 S4 an. Sie war schwach verbreitet, wog 130 Kilogramm weniger als das Serien-Coupé und verzichtete auf Ausstattungsdetails, die das Reisen komfortabler machen. Im Frühjahr 1989 folgte der vollständiger ausgestattete 928 GT mit 330 Serien-PS und Fünfgang-Schaltgetriebe, 1992 der GTS.

"Achtundzwanziger" im Rundstrecken-Trimm blieben Exoten. Genau dieser Umstand reizte die sechs Mitarbeiter von AP Car Design in Göttingen. Johann, Arnold, Holger, Berti, Tinky und Sladdi setzten sich an einen Tisch, um ihre Vorstellungen eines gewichtsoptimierten 928 S4 zu Papier zu bringen. Es sollte möglich sein, bei Sportfahrerlehrgängen – neudeutsch Track Days – zwischen all den heutigen 997 GT3 RS bestehen zu können. Allesamt Praktiker, fanden die sechs einen einfachen Ansatz: das Orange "8C6" des 997 GT3 RS als Innen- und Außenfarbe, 19-Zoll-Räder, spartanisch eingerichteter Fahrgastraum und umfassender Überrollschutz.

Von: Carsten Krome

<< Erste < Vorherige 1 2 3 4 Nächste > Letzte >>

Kommentare aus der Community

Sie sind nicht angemeldet. Nur angemeldete User können Kommentare schreiben und beantworten.

Zur kostenlosen Registrierung geht´s im Bereich Community.

Bereits registriert? Dann melden Sie sich über das Formular in der linken Spalte an und schreiben Sie hier Ihren Kommentar!

motorfacts.deAUDI SCENEflash OPEL SCENEVW SCENEEASYRIDERSYOUNGTIMER SCENEHARDWOK