Die Liebe bleibt

1989er 911 (964) Carrera 4 Targa

1989er 911 (964) Carrera 4 Targa

1989er 911 (964) Carrera 4 Targa

1989er 911 (964) Carrera 4 Targa

1989er 911 (964) Carrera 4 Targa

Anlässlich der Internationalen Automobil-Austellung (IAA) in Frankfurt 1989 präsentierte Porsche die Modellreihe 964. Das allradgetriebene Carrera 4 Coupé machte den Anfang. Später kamen Cabriolet und Targa - ebenfalls mit vier angetriebenen Rädern - hinzu. Allen drei Karosserieversionen gemeinsam: der Verzicht auf eine Zylinderkopfdichtung im Sechszylinder-Boxer. Inzwischen weiß man, dass diese frühen Baustände auf lange Sicht zu Ölverlusten neigen. Porsche reagierte und führte die Zylinderkopfdichtung bei den 964-Motoren verspätet ein.

Wer sich wie Kai-Uwe Stemmert in einen der ersten 964 Carrera 4 Targa verliebt, sollte auf eine Motorrevision vorbereitet sein. Die ist übrigens ohne Nachrüsten einer Zylinderkopfdichtung kaum noch möglich. Für den Chemnitzer Juristen war das trotz einer Reparaturpause die entscheidende, weil gute Nachricht.

Hohenstein-Ernstthal, Ortstermin am Sachsenring. 1999 fand hier der erste deutsche Carrera-Cup-Lauf mit wassergekühlten 996 GT3 statt. Für Porsche-Kenner ist die Berg-und-Talfahrt vor den Toren der Stadt Chemnitz also eine historische Stätte. Kai-Uwe Stemmert (44) wirkt freudig-gelöst. Mit dem Carrera-Cup hat der Jurist zwar wenig am Hut, dafür aber mit Porsche. Er liebt die Zuffenhausener Sportwagenmarke und das ist ihm anzumerken. Sein 964 Carrera 4 Targa charakterisiert er als Spaßmobil für schöne Tage. "Anders als beim Vollcabrio kann man auch bei kühlen Temperaturen offen fahren", sagt er und verweist auf ein für ihn wichtiges Detail: "Die Sitzheizung haben wir nachgerüstet." Dazu später mehr.

Nachrüstung ist ein treffendes Stichwort bei diesem Elfer, der Ende 1989 die Werkstore verließ. Es war einer der allerersten 964 Targa mit Allradantrieb, aber eben noch ohne Zylinderkopfdichtung im Sechszylinder-Boxer. Was bei Neuwagen selten ein Problem ist, entpuppt sich nach einigen Jahren oft als Ausfallgrund. Auch an Stemmerts Treibsatz war Ölverlust festzustellen - äußerlich durch Schwitzen, beim Blick auf den Peilstab durch sehr hohen Ölverbrauch. Beides passte nicht unbedingt zusammen. Das Porsche Zentrum Chemnitz trat auf den Plan.

Kundendienstleiter René Günther und Serviceberater Ulrich Dörner nahmen sich der Sache an. Beim Zerlegen des Motors entdeckten sie farbig markierte Zylinder. Bei Werksmontage ist diese Vorgehensweise unüblich. Günther und Dörner wussten das. Ihre Skepsis wuchs, als sie auf verschlissene Kolbenringe stießen. Damit war der hohe Ölverbrauch erklärt, der in keinem Verhältnis zur geringen Ölmenge draußen am Motorgehäuse stand. Offensichtlich war schon einmal versucht worden, das Aggregat mit möglichst geringem Aufwand instandzusetzen. Dies geschah aber nicht in Chemnitz, sondern beim Hamburger Vorbesitzer.

Kai-Uwe Stemmert zu den Kaufumständen: "Ein Internet-Geschäft unter Privatleuten, allerdings mit Fußnote. Ich erhielt ein Gutachten, das den technisch einwandfreien Zustand des Wagens bescheinigte. Diese Aussage war falsch." Neben den Mängeln am Motor lag auch ein elektrischer Fehler vor. Der eigentlich bei 80 km/h automatisch ausfahrende Heckspoiler verweilte ungerührt in der Motorhaube. Obendrein verweigerte die Klimaanlage ihren Dienst. Die Laufleistung zum Zeitpunkt der Übernahme: "Hundertausendeinpaarundzwandig", wie Stemmert es ausdrückt. Der Ausgangszustand in der Nachbetrachtung: "Ein heruntergefahrenes Auto, nur das Allernötigste ist gemacht worden!"

Von: Carsten Krome

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