"Jubi Nummer 107": Thomas Englerts Story

1993er Jubiläumsmodell “30 Jahre 911”, Foto: Carsten Krome

1993er Jubiläumsmodell “30 Jahre 911”, Foto: Carsten Krome

1993er Jubiläumsmodell “30 Jahre 911”, Foto: Carsten Krome

1993er Jubiläumsmodell “30 Jahre 911”, Foto: Carsten Krome

1993er Jubiläumsmodell “30 Jahre 911”, Foto: Carsten Krome

1993er Jubiläumsmodell “30 Jahre 911”, Foto: Carsten Krome

1993er Jubiläumsmodell “30 Jahre 911”, Foto: Carsten Krome

1993er Jubiläumsmodell “30 Jahre 911”, Foto: Carsten Krome

1993er Jubiläumsmodell “30 Jahre 911”, Foto: Carsten Krome

1993er Jubiläumsmodell “30 Jahre 911”, Foto: Carsten Krome

Young Classics // Sportwagen-Klassiker unter 30

Mit Thomas Englert, dem Initiator der 964-Jubi-IG, haben wir uns in der September-Ausgabe des Jahres 2008 intensiv beschäftigt. Für Englerts Jubiläumsmodell Nummer 107 galt das nicht – noch nicht. Was wir im Abspann unseres Clubszene-Interviews versprachen, lösen wir hiermit ein. Und geben einem echten Idealisten der Szene Gelegenheit, selbst das Wort zu ergreifen. Hier ist sein Bericht!

Nummer 107

Meine persönliche Glücksnummer ist die 107. Sie fragen sich vielleicht, warum das so ist und was das alles mit Porsche zu tun hat. Ich will es Ihnen gerne erklären! Gestatten Sie mir einen kurzen Rückblick auf die Jahre 1987 bis 1990. Damals besaß ich einen 944 II Targa in "Zermattsilber". Nach dem Verkauf machte ich Sportwagen-Pause bis August 1998. Die Zeit dazwischen vertrieb ich mir mit Besuchen im Porsche Zentrum Essen. Es befand sich damals noch am alten, traditionellen Standort in der Hagenbeck. Vor zwei Jahren ist die Essener Porsche-Vertretung in einen repräsentativen Neubau umgesiedelt. Wie dem auch sei – an einem Sonntag im August 1998 schaute ich wieder einmal vorbei. Ohne konkrete Kaufabsichten. Neben einem 993 in “Amarenarot” und einigen 996 fiel mir sofort ein Jubiläumsmodell "30 Jahre 911" auf. Der besondere Stellenwert dieses Elfers war mir damals nicht bewusst. Im Vergleich mit den anderen Modellen ringsum sah er einfach top aus! Montags rief ich einen Verkäufer an und vereinbarte einen Termin mit anschließender Probefahrt.

Der Funke sprang sofort über: Das war meiner! Oder anders ausgedrückt: Meiner musste es erst noch werden. Über den Preis hatten wir nicht geredet. Und diese Preisverhandlung drohte schwierig zu werden. Ich bin zwar Finanzbeamter. Aber in diesem Fall ging es um mein Hobby. Mein emotionales Dilemma: Wie in aller Welt ein Pokergesicht aufsetzen, wenn die (Kauf-)Entscheidung innerlich gefallen ist? Nach zwei schlaflosen Nächten sind wir uns trotzdem einig geworden. Das Jubiläumsmodell gehörte uns! Mit mir freute sich auch meine Frau Renate über den Kauf. Wie bereits erwähnt: Dass es sich um einen Porsche mit Seltenheitswert handelte, spielte zu diesem Zeitpunkt noch keine Rolle. Die Farbe "Viola metallic" gefiel uns beiden, die Ausstattung in "Rubicongrau" ebenso. 43.000 Kilometer standen bei Übernahme auf dem Zählwerk. Der Porsche war aus erster Hand, im absoluten Originalzustand und im Porsche Zentrum Essen gewartet worden. Das bedeutete: lückenloses Service-Scheckheft.

Später einmal habe ich den Erstbesitzer aufgesucht, um mehr zu erfahren über meinen "Jubi". So taufte ich meinen Elfer, dessen Historie von der ersten bis zur letzten ausgetauschten Schraube belegbar ist. Dass ein solches Exemplar nur bei allerschönstem Wetter herausgeholt wird, versteht sich eigentlich von selbst. Seit 2004 habe ich Saisonkennzeichen. Winterliche Verhältnisse hat der Wagen nie gesehen, nicht einmal Regen. Die jährliche Laufleistung hält sich in Grenzen: 34.000 Kilometer seit August 1998. Der Durchschnittswert per anno ist einfach zu ermitteln. Auch eine andere Rechnung möchte ich aufmachen: Wieviel PS entsprechen 208 kW? Mit dem Faktor 1,36 multipliziert, ergeben sich 282 PS. Diesen Wert ermittelte die Leistungsmessung meines Serienmotors. Der wird landauf, landab mit 250 PS angegeben. Woher kommt diese mysteriöse Steigerung? Ich habe nichts, aber auch gar nichts am Triebwerk oder der elektronischen Steuerung gemacht!

Von 2004 an wollte ich vieles genauer wissen und stellte Nachforschungen an. Dabei stieß ich auf folgendes Gerücht: Angeblich rüstete Porsche die Jubiläumsmodelle mit handverlesenen, besonders guten Motoren aus. So sollte ein Ausgleich für das höhere Gewicht aufgrund des Werks-Turbo-Looks geschaffen werden. Klingt plausibel, oder? Diese Theorie bestätigen oder dementieren kann ich aber nicht. Ebensowenig werde ich mich über meinen Motor beschweren, der eine verbesserte Peripherie erhielt. K+N-Austauschfilter, TechArt-Cuprohr mit ABE und ovales Cargraphic-Endrohr mit Gutachten halte ich für gängige Eingriffe. Ich bin ein Freund des dezenten Tunings. Die Alltagstauglichkeit muss beibehalten, jede technische Veränderung vom TÜV eingetragen werden! Ich mag es eben ordentlich und legal. Große Auftritte auf halbseidener Grundlage sind nicht meine Sache.

Dass meine erste Handlung der Optik galt, sehe ich nicht als Widerspruch. Ich besorgte weiße Blinker, Aluminium-Einstiegsleisten, Edelstahl-Einlage im Schaltknauf und eine Plakette am Armaturenbrett – jeweils mit der Gravur “30 Jahre 911 – Jubi 107”. Nun wissen Sie auch, was es mit der 107, meiner persönlichen Glücksnummer, auf sich hat. Sämtliche Jubiläumsmodelle sind fortlaufend nummeriert, und meins ist die Nummer 107. Dies dokumentiert auch die Plakette auf einem speziellen Sockel hinten im Heckfenster. Sie war in sämtlichen Exemplaren ab Werk an derselben Stelle zu finden. Ebenfalls serienmäßig: ein etwas hochbeiniges Fahrwerk. H&R-Sportfedern senkten den Aufbau um 20 Millimeter ab. Distanzscheiben mit Gutachten – jeweils 15 Millimeter stark und von Albert in Oberhausen – füllen die Radhäuser besser aus. Vorher erkundigte ich mich in Web-Foren, auf Veranstaltungen und in Zeitschriften, welche Möglichkeiten überhaupt bestehen.

In den Tech-Specs (bitte beachten Sie den Link weiter unten!) habe ich alle Informationen für Sie zusammengetragen. Nur eine Angabe werden Sie im Datenkasten vermissen. Ich selbst bin 1963 in Gladbeck geboren worden. 1963 – war da nicht mal was? Richtig: Der Elfer ging damals in Serie. Wenn das kein gutes Omen war für die ersten zehn Jahre mit meinem Jubi!

Von: Thomas Englert, aufgezeichnet von Carsten Krome

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