Hartmut Kristen im Interview

9R6

9R6

9R6

Fotos: Porsche AG

9R69R6

24 Stunden von Le Mans, Interview mit Porsche-Motorsportchef Hartmut Kristen

 

„Ein Klassensieg in Le Mans ist ein großer Erfolg“

 

(08.06.2008) Nach seinen Erfolgen in der American Le Mans Series und der Le Mans Series steht der Porsche RS Spyder vor einer neuen großen Herausforderung: Der in Weissach entwickelte und gebaute Sportprototyp startet am Samstag um 15.00 Uhr zum ersten Mal zu den 24 Stunden von Le Mans. Porsche-Motorsportchef Hartmut Kristen sieht der Premiere beim härtesten Langstreckenrennen der Welt gelassen entgegen: „Ich bin sicher, dass wir gut vorbereitet sind.“

 

Herr Kristen, was macht für Sie die große Faszination der 24 Stunden von Le Mans aus?

 

Kristen: „Le Mans ist natürlich der Langstreckenklassiker schlechthin. Für Porsche als der mit 16 Gesamtsiegen erfolgreichste Hersteller in der Geschichte dieses Rennens hat es darüber hinaus natürlich auch noch eine besondere emotionale Bedeutung. Dazu kommt, dass der RS Spyder zum ersten Mal in Le Mans am Start ist, und das wird sicherlich eine sehr interessante Sache.“

 

Warum tritt Porsche in Le Mans nicht als Werksteam an, sondern überlässt den Einsatz der RS Spyder zwei seiner Kundenteams aus der Le Mans Series?

 

Kristen: „Als Werksteam tritt Porsche in Le Mans nur dann an, wenn eine Gesamtsiegchance besteht. Es gibt für uns überhaupt keinen Grund, mit dem RS Spyder gegen unsere Kunden anzutreten.“

 

Verfügen diese Kundenteams schon über genügend Erfahrung mit dem RS Spyder?

 

Kristen: „Ich bin sicher, dass sie aus den Rennen, die sie in dieser Saison schon gefahren sind, einiges gelernt haben. Außerdem werden sie ja auch in Le Mans von uns betreut.“

 

Wie sieht diese Betreuung aus?

 

Kristen: „Genau so wie bei allen anderen Rennen. Wir stellen den Teams je einen Motoren- und Fahrzeugingenieur zur Verfügung. Für Notfälle haben wir Mechaniker vor Ort und sichern die Ersatzteilversorgung. Wir wollen nicht, dass die Teams unnötig Geld für Teile auf Vorrat ausgeben, nur um auf alles vorbereitet zu sein. Deshalb haben wir einen Teil unseres Lagerbestands für den RS Spyder von Weissach nach Le Mans verlegt.“

 

Der Kundensport hat bei Porsche eine große Tradition, ist ein wichtiger Bestandteil der Motorsportphilosophie. Woher kommt das?

 

Kristen: „Das liegt sicherlich nicht zuletzt daran, dass der erste Porsche, der 1948 ausgeliefert wurde, nur zwei Wochen nach seiner Auslieferung schon bei einem Rennen in Innsbruck startete. Früher war es viel selbstverständlicher, dass mit Sportwagen eben auch Sport betrieben wurde. Noch in den 50er und 60er Jahren war es ganz normal, dass ein Kunde mit seinem Porsche 365 mit Nummernschild an die Rennstrecke gefahren ist, mit dem Fahrzeug am Rennen teilgenommen hat und damit am Abend wieder nach Hause gefahren ist.“

Von: GO

<< Erste < Vorherige 1 2 3 Nächste > Letzte >>

Kommentare aus der Community

Sie sind nicht angemeldet. Nur angemeldete User können Kommentare schreiben und beantworten.

Zur kostenlosen Registrierung geht´s im Bereich Community.

Bereits registriert? Dann melden Sie sich über das Formular in der linken Spalte an und schreiben Sie hier Ihren Kommentar!

motorfacts.deAUDI SCENEflash OPEL SCENEVW SCENEEASYRIDERSYOUNGTIMER SCENEHARDWOK