Top-Story im Januar 2012: ein absolut einmaliger Zeitzeuge

1978er Porsche 935/77A turbo #930 890 0025, Foto: Carsten Krome

1978er Porsche 935/77A turbo #930 890 0025, Foto: Carsten Krome

1978er Porsche 935/77A turbo #930 890 0025, Foto: Carsten Krome

1978er Porsche 935/77A turbo #930 890 0025, Foto: Carsten Krome

1978er Porsche 935/77A turbo #930 890 0025, Foto: Carsten Krome

1978er Porsche 935/77A turbo #930 890 0025, Foto: Carsten Krome

1978er Porsche 935/77A turbo #930 890 0025, Foto: Carsten Krome

1978er Porsche 935/77A turbo #930 890 0025, Foto: Carsten Krome

1978er Porsche 935/77A turbo #930 890 0025, Foto: Carsten Krome

1978er Porsche 935/77A turbo #930 890 0025, Foto: Carsten Krome

Rennsport | Legenden

 

35 Jahre 935 turbo: Das Highlight dieser Epoche ist eine unrestaurierte 1978er Werks-Kundenversion mit lediglich zwei Einsätzen

 

In der PORSCHE SCENE-Ausgabe des Vormonats stellten wir im Beitrag "Meant to be driven reloaded" ein 911 SC 3,0 Coupé vor, das der US-Rennfahrer und Autohändler George Follmer 1980 als Neufahrzeug veräußert hatte. Zwei Jahre zuvor, am 30. April 1978, feierte der Amerikaner einen seiner zahlreichen Siege. Bei den 100 Meilen von Laguna Seca brachte er einen 935/77A turbo an erster Stelle ins Ziel. Die Besonderheiten jenes Einsatzwagens: mehrere. Die erste: Das Chassis mit Nummer 930 890 0025 verzeichnete im Laufe seiner Karriere ganze zwei Rennteilnahmen. Die zweite: Es handelt sich um ehemaliges Inventar eines berühmten Mannes. Der Tscheche Vaclav "Vasek" Polak kam kurz nach dem zweiten Weltkrieg als armer Einwanderer in die Vereinigten Staaten, um dort als einfacher Mechaniker zu arbeiten. Er brachte es zu einer erfolgreichen Porsche-Vertretung an der Westküste und einem nicht minder renommierten Rennteam. inzwischen durfte die 1978 ausgelieferte Werks-Kundenausführung des 935ers nach Europa zurückkehren, wo wir sie fasziniert in Augenschein nahmen.

 

1977 verkaufte Porsche dreizehn 935 turbo an private Rennställe. Mit sechs Fahrzeugen blieb der überwiegende Teil in Deutschland. Vier Exemplare gelangten nach Übersee, zwei nach Italien, einer nach Frankreich. 1978 setzte Porsche das Kundensport-Programm mit dem 935 turbo fort. Weitere 15 Wagen entstanden. Gegenüber der Version des Vorjahres besaßen sie Biturbo-Motoren. 1977 hatte die erste Kleinserie noch mit dem Einzellader auskommen müssen. Besonders Privatfahrer ohne Trainingsmöglichkeiten taten sich schwer mit dem impulsiven Eigenleben des Monoturbos. Das Ansprechverhalten und die Leistungsentfaltung forderten den sensiblen, gleichzeitig aber auch kräftig zupackenden Profi. 1978 machte Porsche den Amateuren das Rennfahrerleben leichter und erntete vor allem in den USA regen Zuspruch. Immerhin sechs der 15 ausgelieferten Einheiten fanden ihre Abnehmer in Nordamerika. Auch auf das hier vorgestellte Chassis mit Nummer 930 890 0025 trifft dies ebenfalls zu. Empfänger war ein gebürtiger Tscheche an der südkalifornischen Westküste. In Hermosa Beach an der South Bay von Los Angeles gründete Vaclav "Vasek" Polak im Dezember 1959 die erste ausschließliche Porsche-Vertretung der Vereinigten Staaten. Mit wachsendem geschäftlichem Erfolg wuchs auch sein Besitz an Porsche-Rennfahrzeugen vom 908/02 über den 910 bis hin zum 917/10 . Er setzte sie in weißer Lackierung mit blauen sowie roten Streifen ein - neben der Startnummer null sein Markenzeichen. Als Doppelturbos auch in der US-amerikanischen IMSA-Serie zulässig waren, stellte Vasek Polak seinem bereits bestehenden 935/77 aus dem Vorjahr das aktuellere Modell 935/77A zur Seite. Er besetzte es mit dem Starpiloten George Follmer, der es 1972 – unter der Ägide Roger Penskes – zu CanAm-Meisterehren gebracht hatte. Zu jener Zeit gehörte Vasek Polak Racing mit dem Fahrer Sam Posey zu den Unterlegenen. Es entsprach dem Selbstanspruch des am 11. September 1914 in Prag geborenen Unternehmers, diesen Zustand beenden zu wollen.

 

1976 entsandte Vasek Polak ein Fahrerduo ins Titelrennen um die TransAm-Serie. Erstmals war der Typ 934 turbo verfügbar, und erhielten George Follmer sowie Hurley Haywood Neufahrzeuge. Ihnen zugeordnet waren die Fahrgestellnummern 930 670 0174 (Follmer) und 930 670 0179 (Haywood). Es war Follmer, der sich schlussendlich durchsetzte. 1977 dann der nächste Schritt. Mit dem 935 turbo offerierte Porsche eine Waffe für die IMSA-Serie. Polak bestellte eine der dreizehn Kundenversionen im Werk und erhielt das Chassis Nummer 930 770 0913. Da am 9. Juli 1977 die Marken-Weltmeisterschaft in Watkins Glen im US-Bundesstaat New York ein Gastspiel auf dem amerikanischen Kontinent gab, beteiligte sich Vasek Polak Racing auch dort. Neben George Follmer nahm Brett Lunger die Sechs-Stunden-Distanz auf. Das Duo erreichte hinter den Porsche-Werkspiloten Jacky Ickx und Jochen Mass den zweiten Platz. Flankierend starteten auch die Vorjahres-934er aus der TransAm-Serie. Ein Jahr später, am 8. Juli 1978, kehrte Vasek Polak eindrucksvoll nach Watkins Glen zurück. Ihm war das Kunststück geglückt, Jacky Ickx als Fahrer Nummer eins und die Mineralölgesellschaft Texaco als Geldgeber, sprich: Sponsor, zu verpflichten. George Follmer assistierte dem belgischen Starpiloten, das Einsatzfahrzeug der Wahl war erneut das 77er Chassis Nummer 930 770 0913. Von vierten Startplatz ins Rennen gegangen, war den Sieganwärtern keine Fortune beschieden. Nach Motorproblemen erreichten sie das Ziel an 26. Stelle. Besser lief es für den zweiten 935er des Teams, eine auf den Stand der Gruppe 5 gebrachte US-Exportversion des 934/5. Der Einzellader mit der Chassisnummer 930 770 0955 war unter George Follmer auf die Titelverteidigung in der TransAm-Serie 1977 angesetzt, lief dort aber nur sporadisch. 1978 erhielt er für die Sechs Stunden von Watkins Glen einen Karosserieumbau, da die Mechanik zum überwiegenden Teil der des 935ers entsprach, beziehungsweise umgerüstet werden konnte, Die Amerikanerin Janet Guthrie verzeichnete zusammen mit Hurley Haywood und Brian Redman einen achten Gesamtrang. Dieses Fahrzeug trat 1979 in Portland unter Milt Minter noch einmal in Erscheinung, wo es den vierten Platz belegte.

 

Das war nur die Einleitung, die komplette Story finden Sie in der Januar-Printausgabe der PORSCHE SCENE – ab dem 15. Dezember 2011 im Zeitschriftenhandel!

 

 

 

Von: Carsten Krome

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