Racing Green - Der 911 GT3 RS

Lufteinlass am Heck

Schwarze RS-Felgen

Der Motorraum

Ueberrollbuegel im Innenram

Keramik-Bremsen

Der 911 GT3 RS ist die rennsportorientierte Variante des aktuellen GT3. Mehr Hubraum, Motorleistung oder Höchstgeschwindigkeit bietet das Sondermodell aber nicht. Statt dessen fällt die Karosserie an der Hinterachse um 44 Millimeter breiter aus. Die Einpresstiefen der Hinterräder spreizen die Spurweite. Gegenüber dem Basismodell 911 GT3 sinkt das Leergewicht um 20 Kilogramm. Eine etwas breitere Frontspoilerlippe und ein markanter Heckflügel erzeugen Abtrieb. Die Farbwahl beschwört den Urvater aller RS. Drei Anstriche stehen zur Wahl: Schwarz mit Orange, Orange als Vollton oder Grün. Dynamik lautete die Zielvorgabe. Das bedeutet: später auf der Bremse, schneller in der Kurve, leichtfüßiger beim Herausbeschleunigen. Abgekürzt: Porschefahren auf höherem Level. Für Geübte, die es umzusetzen wissen.

415 PS, 3.600 ccm, maximal 310 km/h: Mit diesen Werten überraschte der neue 911 GT3 beim Genfer Automobilsalon 2006. Der ebenfalls neu vorgestellte 911 turbo war keinen Deut schneller. Der eigentliche Leistungsträger erreichte ebenfalls 310 km/h, trotz zusätzlicher 65 PS. Seit 1998 konzentrierte sich die Motorsport-Intelligenz bei Porsche auf Saugmotoren. Sie wurden effizienter, dynamischer, besser. Die meisten Entwicklungen bewährten sich im Carrera-Cup zuerst. Anschließend flossensie in die Serienfertigung mit ein.

Im Mai 2006, ein Vierteljahr nach Genf, erfolgte ein weiterer Schritt. Der GT3 RS krönte das GT3-Konzept. Die Eckdaten: kein PS, kein Kubikzentimeter, kein Stundenkilometer mehr. Statt dessen präsentierte Porsche einen Rubenskörper. Die gegenüber üblichen GT3 um 44 Millimeter breitere Karosserie stiftete der Carrera 4. An der Front ragte die Spoilerlippe weiter nach vorn, um Ausgleich zu schaffen für einen Heckfluügel. Der stand frei auf markant geformten Stützen. Die Heckscheibe aus Polykarbonat sparte Gewicht ein. Demselben Zweck dienten Kofferraumhaube sowie Türen aus Leichtmetall. Motordeckel und Heckflügelblatt bestanden aus Karbon. Die Mixtur edler Materialien zeigte Wirkung– und die Waage 20 Kilogramm weniger an als beim GT3.

Wozu diese Konturenschärfe? Auf aktive Rennfahrer musste der GT3 RS nicht unbedingt abzielen. Längst bestand Wahlfreiheit zwischen Cup-Carrera und GT3 RSR. Ein Nischenprodukt? Das traf wohl eher zu. Porsche-Kunden lieben Fahrerlehrgänge auf bekannten Rennstrecken. Das ist Fakt. Viele beweisen sich auf der Nürburgring-Nordschleife.

Im Frühjahr 2000 eröffnete Porsche-Partner Olaf Manthey genau dort ein großzügiges Technologie-Zentrum. Erkenntnisse flossen zusammen, ergaben ein Gesamtbild. Zwischen gesellschaftlicher Kaffeefahrt und hartem Motorsport entwickelte sich eine dritte Bestimmung: Clubsport. Früh erkannte Porsche den Trend und lieferte ab Mai 1999 den GT3 derersten Serie.

Die Tuner nahmen die Steilvorlage dankend auf. Technologien der Cup-Ausführung konnten übernommen, der Abstand zur Rennversion verkürzt werden. So entstanden GT3, die weder zahm noch wirklich wettbewerbstauglich waren. Ihre Position nahmen sie irgendwo dazwischen ein. Anfangs schmeckten Porsche diese Vorgänge nicht. Andererseits zeichnete sich ein attraktiver Markt ab, geprägt von Individualisten. JedesStildiktat hätten sie mit sofortigem Markenwechsel bestraft.

Von: Carsten Krome

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