Red Bull Racing

1960er Porsche-Diesel  G 218

1960er Porsche-Diesel  G 218

1960er Porsche-Diesel  G 218

1960er Porsche-Diesel  G 218

1960er Porsche-Diesel  G 218

Porsche – für viele das ultimative Synonym für rassige Sportwagen und Erfolge im Motorsport. Aber mit dem Porsche auf den Acker? Da erntet man immer noch oft mit hoher Frequenz an die Stirn getippte Zeigefinger. Zu unrecht: Die von Ferdinand Porsche entwickelten Diesel-Schlepper tuckerten extrem erfolgreich ins Wirtschaftswunder-Deutschland und in alle Welt. Bis Ende der 50er Jahre verkauften sich sogar mehr Porsche-Schlepper als -Sportwagen. Insgesamt entstanden bis 1963 rund 120.000 Stück. Aufsitzen, liebe Leserinnen und Leser, wir nehmen Sie mit auf eine kernige Landpartie!

Ein leichter Wind weht über das Gelände der Trabrennbahn und lässt die Grashalme im Licht der warmen Junisonne tanzen und silbrig schimmern. Es ist früh am Abend. Die wenigen anwesenden Sportfreunde verfolgen seit einigen Runden aufmerksam ein schwarzes Pferd, das mit seiner jungen blonden Reiterin zügig über die Rennbahn galoppiert. ”Duff-Duff-Duff, Duff-Duff, Duff-Duff-Duff” reißt es plötzlich lärmend das fachkundige Publikum aus dem verträumten Sportstudium. Was um Himmels willen ist denn nun los? Aber da kommt des Rätsels Lösung schon quirlig paffend um die Ecke getuckert: der rote Trecker von Karl-Heinz Grins aus Dinslaken.

Zwar ist der knubbelige Zweizylinder-Diesel an sich schon eine knallrote Schau, doch so richtig gestaunt wird oft erst dann, wenn die Schriftzüge zu sehen sind: ”Porsche-Diesel” blitzt es da von der Haube. Darüber habe sich schonmal eine unwissende Porsche-Cabrio-Chauffeuse an der Tankstelle mokiert, erinnert sich Karl-Heinz Grins: ”Das ist ja unmöglich, da einfach ein Porsche-Zeichen dranzumachen”, habe sie sich ereifert. Nun, ihr und allen anderen Ungläubigen kann ja geholfen werden!

Um gleich vorab ein weiteres Missverständnis auszuräumen: Die Haube und der gesamte Schlepper sind nicht in “Ferrarirot”, sondern – mit Ausnahme der Räder – in “RAL 3002”, zu deutsch “Karminrot”, lackiert. Passt irgendwie auch prima zum Besitzer, seines Zeichens Feuerwehrmann und seit frühester Kindheit Porsche-Fan: ”Ein Bauer in der Nachbarschaft fuhr Porsche-Diesel, da war’s um mich geschehen, Porsche-Sportwagen interessierten mich eigentlich nie.” Heute befinden sich zwölf Schlepper unterschiedlichen Zustands in seiner Sammlung, ergänzt durch alle Art von Memorabilia.

Zudem ist Grins als Stammtischvormann des Porsche-Diesel-Club Europa tätig: ”Also, zwei Stunden beschäftige ich mich täglich mindestens mit dem Thema”, so der 56-Jährige. Die meisten der 22.000 noch zugelassenen Porsche-Diesel werden heute zumeist in liebevollen Händen gehegt und im Zeichen der Erbauung und Begeisterung für lebendige Technik in Bewegung gehalten. Ihr Ursprung lag jedoch freilich ganz woanders:

Im Auftrag Adolf Hitlers sollte Ferdinand Porsche dem ”Volkswagen” entsprechend auch einen billigen ”Volksschlepper” für die Landwirtschaft konstruieren. Vor allem freilich, um ihn propagandistisch auszunutzen, denn wie auch die "KdF-Wagen"-Sparer bekamen die Bauern während der gesamten Nazi-Herrschaft nie ein Fahrzeug zu kaufen.

Porsche, der schon 1915 für Austro-Daimler einen Pflugtraktor entworfen hatte, verfügte auch hier bereits über entsprechendes Know-how. 1937 rollten die ersten Prototypen. Der Typ 110 mit luftgekühltem Zweizylindermotor bildete die Basis des ”Volkstraktors”. Ähnlich dem VW-Werk in Wolfsburg sollte in Waldbröl im Oberbergischen ein Werk für den ”Volkstraktor” entstehen. Trotz detaillierter Planungen sollte der erste Spatenstich nie erfolgen. In den Kriegswirren wurden alle Versuchsschlepper zerstört – bis auf einen. Den entwickelte Porsche weiter und suchte dafür Lizenznehmer. Eine Eigenproduktion kam aus Kapazitätsgründen nicht in Frage, stand doch der Porsche 356 Nr. 1 bereits in den Startlöchern – oder steckte vielmehr sein legendäres Gesicht forsch aus den Gmünder Baracken in Kärnten, wohin man 1944 vor den Luftangriffen geflohen war.

Von: Peter Löschinger

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