Rock im Grenz-Bereich

1986 Carrera

1986 Carrera

1986 Carrera

1986 Carrera

1986 Carrera

“Porsche fahren ist wie Rock`n` Roll“, das sagt der 59-jährige Jürgen Grenz aus dem Kreis Recklinghausen. Und der muss es wissen. er hat zwei Bazillen in sich, den ersten hat er sich mit einem Distler-Porsche 1954 eingefangen und der zweite sprang von seinem Vater 1961 auf ihn über - das war der Bazillus Musikus.

Dezember 1954 sind die Schaufenster wieder reich gefüllt. Gerade in der Ruhrmetropole Bochum. Dorthin fährt auch an einem betriebsamen Vorweihnachtsabend Familie Grenz mit ihrem Jürgen. “Das weiß ich noch ganz genau“, sagt der heute 59-Jährige, “wir sind in die Weihnachtsausstellung vom Kaufhaus Kortum gegangen. Und da stand dann der Distler-Porsche. Die Technik des Autos hat mich völlig begeistert.“

Da konnte man freilich als Eltern schlecht Nein sagen, obwohl das Modell 1954 mit knapp 30 Mark ein recht teurer Wunsch war. Schließlich lag das Blechmodell zum Fest unter dem Baum: “Mehr ging nicht“, freut sich Grenz heute noch. Und der Filius hat gut drauf aufgepasst. So kann er uns den blauen Bordsteinrenner beim Fototermin auf dem Flugplatz Loemühle stolz und quasi wie neu mitbringen. “Damit hat alles angefangen!“, sagt er und hat zugleich ein Relikt seiner zweiten Leidenschaft dabei: sein Saxophon.

Was auf den ersten Blick nicht viel gemein zu haben scheint, bedingt einander. Denn früher Klarinettenunterricht entfachte eine Musik-Leidenschaft, die Grenz den ersten Porsche schon als achtzehnjährigen Schüler finanzieren sollte. Mittlerweile schwappte die Beatles- und Stoneswelle auch in den Ruhrpott. Live-Musik zog die Massen und auch bekannte Größen, wie die Kinks, Rattles oder Lords in die Clubs. Grenz sattelte auf Schlagzeug um. Erfolgreich. Denn nach einem gut erhaltenen Käfer für 250 Mark konnte sich der Ex-Klarinettist einen 356 A kaufen. Die Auftritte mit seinen “Dakotas“ rechneten sich. Denn immerhin kostete der 356 trotz seines sehr gebrauchten Zustands 1.200 D-Mark. “Und der war auch nach zwei Jahren so durch, dass ich Schwierigkeiten hatte, den überhaupt zu verkaufen.“

Anfällige Reparaturen erledigt er seit jener Zeit selbst, wobei die Ersatzteilbeschaffung früher einfacher schien: “Ende der 60er, Anfang der 70er kannte ich allein in der Recklinghäuser Umgebung drei Schrottplätze, wo ich 356er-Wracks für Ersatzteile finden konnte.“ Heute eigentlich undenkbar, oder wann haben Sie das letzte mal ein G-Modell auf dem Schrottplatz gesehen?

Am Ende der Beat-Ära standen alle Zeichen auf Soul à la Arthur Conley oder den Four-Tops. Dieser bläserorientierte Sound gefiel Grenz, der fortan das mit der Klarinette verwandte Saxophon in verschiedenen Bands spielte. Nach der Bundeswehrzeit Anfang der 70er – “die ich mit einem neuen Käfer überbrückte“ - und seiner Heirat, legte er sich ein 356 Cabrio zu. “Das war so die Zeit. Die 356 waren da ja eigentlich einfach alte Autos. So begeisterten ihn später auch Newcomer, wie der 914, von denen er sowohl Vier- und Sechszylinder gerne fuhr. Bei seinem ersten 911 G-Modell muss er sofort an die “unheimlich schwergängige Kupplung“ denken. Es gab aber auch eine kurze Phase des “Alpine-Sports“ mit einer 110 und einer 310, wo Grenz in Zandvoort, Nivelles-Baulers oder Zolder Fahrerlehrgänge absolvierte.

Von: Peter Löschinger

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