Walter Röhrl und der Einstand bei Porsche: Internationale Metz-Rallye 1981

Internationale Metz-Rallye 1981: Walter Röhrl/Christian Geistdörfer bei der Premiere auf Rang zwei

Internationale Metz-Rallye 1981: Walter Röhrl/Christian Geistdörfer bei der Premiere auf Rang zwei

Längst eine Legende: Nach der Saison 1981 endete Konrad Schmidts Rallye-Projekt mit dem 924 GTS

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Vier Gesamtsiege, ein zweiter Platz, ein Ausfall: Bilanz in der Deutschen Rallye-Meisterschaft 1981

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Zehnter Platz bei der Rallye Monte Carlo 1982: Jürgen Barth und Roland Kussmaul saßen im Schwesterfahrzeug der Gebrüder Alméras aus Montpellier

Zehnter Platz bei der Rallye Monte Carlo 1982: Jürgen Barth und Roland Kussmaul saßen im Schwesterfahrzeug der Gebrüder Alméras aus Montpellier

Ganz am Anfang stand der 1979 und 1980 eingesetzte Datacom-924 (turbo): Der 924 GTS im Boss-Design beendete die Transaxle-Ära im großen Rallyesport

Ganz am Anfang stand der 1979 und 1980 eingesetzte Datacom-924 (turbo): Der 924 GTS im Boss-Design beendete die Transaxle-Ära im großen Rallyesport

Historie: der erste Rallye-Einsatz des Weltmeisters mit dem Porsche 924 Carrera GTS

Die Internationale Metz-Rallye war im Kalender der Deutschen Rallye-Meisterschaft 1981 der vierte Lauf. Sie ging als Anfang der Ehe zwischen Walter Röhrl und Porsche in die Geschichte ein. Vor 31 Jahren startete der Regensburger zum ersten Mal mit dem 924 Carrera GTS Rallye. Nach technischen Schwierigkeiten sprang für ihn und Beifahrer Christian Geistdörfer der zweite Rang heraus. Geheime Transaktionen waren dem Einsatz im Frankenland vorausgegangen. Der amtierende Weltmeister Walter Röhrl war trotz Mercedes-Werksvertrags arbeitslos geworden. Der Nürnberger VW- und Audi-Händler Konrad Schmidt schaltete sich als Vermittler ein.

Die Internationale Metz-Rallye 1981 – das waren 650 Kilometer Gesamtstrecke und 21 Wertungsprüfungen, bei denen 280 Kilometer zusammenkamen. Bis zur 13. Wertungsprüfung lag eine Sensation in der Luft. Denn der neue 924 Carrera GTS Rallye mit Walter Röhrl/Christian Geistdörfer lag drei Minuten vor dem Rest des Feldes in Führung. Vorausgegangen war der Premiere des rund 250 PS starken Vierzylinder-Turbos ein diplomatischer Drahtseilakt. Im Februar 1981 stellte sich heraus, dass der amtierende Rallye-Weltmeister in eine missliche Lage geraten war. Mercedes hatte den langen Regensburger zwar unter Vertrag genommen, das geplante Einsatzprogramm dann jedoch abgesagt. Röhrl stand ohne Cockpit da und schaltete den Nürnberger VW- und Audi-Händler Konrad Schmidt ein. Der ließ Porsche wissen, der verhinderte Mercedes-Werksfahrer stünde mangels Cockpit zur Verfügung. Sport- und PR-Chef Manfred Jantke leitete die Offerte an den Vorstand weiter und bekam Grünes Licht.

Konrad Schmidt erhielt die Freigabe, einen neuen 924 Carrera GTS für Röhrl/Geistdörfer in der Deutschen Rallye-Meisterschaft einzusetzen. Zu Trainingszwecken erhielt das Weltmeisterpaar einen zweiten, weißen GTS. Jürgen Barth und Roland Kussmaul, die 1979 auf privater Grundlage den 924 turbo in die Rallye-Weltmeisterschaft einführten, fungierten als Verbindungsleute mit dem nötigen Detailwissen. Die Zeit drängte. Zwei Monate mussten für die Vorbereitung genügen, um zumindest an den letzten sieben Meisterschaftsläufen teilnehmen zu können. Bei der Internationalen Metz-Rallye debütierte der gold-schwarze Schmidt-Porsche mit rund 250 PS. Die Entwicklungsarbeiten waren noch nicht abgeschlossen, die Rundstrecken-Rennversion GTR brachte es bereits auf 375 PS. Ein für Le Mans tauglicher Vierzylinder-Turbomotor mit K-Jetronic-Einspritzung wäre unter Rallye-Verhältnissen allerdings kaum fahrbar gewesen. So beschied man sich mit dem GTS-Anfangsstand. Obendrein gab die Fahrwerksabstimmung Rätsel auf. Das exakt 1.129 Kilogramm schwere Gefährt lief anfangs jeder Rille nach.

Walter Röhrl kompensierte die Anlaufschwierigkeiten mit seiner fahrerischen Extraklasse. In Wertungsprüfung 13 verließ ihn für kurze Zeit das Glück, die Ölpumpe versagte den Dienst. Die Mechaniker wechselten das Teil in Rekordzeit und schickten den Porsche zurück in den Wettbewerb. Dabei kam ihnen eine gewisse Konfusion zugute, ausgelöst durch ein Privatfahrzeug. Das fuhr in die abgesperrte Strecke hinein und verursachte eine Unterbrechung. Später brach am GTS eine Aluminium-Achsschwinge. Der Austausch ging in Schnellreparatur über die Bühne. Röhrl/Geistdörfer erreichten das Ziel an zweiter Stelle hinter ihren Markenkollegen Manfred Hero/Klaus Hopfe. Der glücklichen Premiere folgte bald der erste Sieg, aber nicht die angestrebte Meisterschaft. Den Titel 1981 sicherten sich Alfons Stock und Paul Schmuck auf VW Golf. Nach der Saison 1981 kam Walter Röhrl im Opel-Werksteam unter und holte zum zweiten Mal nach 1980 den Rallye-Weltmeistertitel. Zeitgleich endete die Karriere des gold-schwarzen Schmidt-GTS, der nicht wieder zum Einsatz kam.

Von: Carsten Krome | Fotos: Historisches Archiv Porsche AG

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